Ausblick vom Tibidabo

Das Wochenende der Berge

am 12. Sep 2017 in Freizeit
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Samstag, 9. September 2017

Während wir die Stadt bisher nur vom Boden aus gesehen haben, beschlossen wir in den Parc Güell zu wandern, welcher auf einem Berg liegt. Nachdem zwei U-Bahn-Stationen hinter uns lagen ging es zu Fuß weiter Richtung Parc Güell. Nach einem anstrengenden, steilen Bergstück erreichten wir die Rolltreppen, welche weiter auf den Berg führen. Überwältigt von der Aussicht über Barcelona beschlossen wir sofort weiter den Hügel hinauf zu marschieren. Dort fanden wir ein begehbares Steinmonument mit Kreuz an der Spitze vor. Auf diesem war die Aussicht noch besser.


Nachdem wir die Aussicht eine Zeit lang genossen hatten ging es weiter den Weg entlang. Während dem Wandern stellten wir eine Abzweigung auf einen Hügel fest, welche wir sogleich nahmen. Nach dem anstrengenden Weg den Hügel hinauf wurden wir mit der besten Aussicht des Tages belohnt. Auf diesem Hügel ist man nochmal einige Meter höher gelegen, als beim Monument. Das beste an diesem Berg war nun, dass es kein gekennzeichneter Weg war und somit nur vier weitere Personen neben uns die Aussicht genossen.

Panorama über die Stadt

Nach einiger Zeit kamen immer mehr Wolken und auch der Wind wurde stärker. Nachdem wir dann auch noch einzelne Regentropfen auf unserer Haut bemerkten beschlossen wir den Rückweg anzutreten. Dabei fing es immer mehr zu regnen an bis wir schließlich die Stadt erreichten. Um Schutz vor dem immer heftiger werdenden Regen zu finden gingen wir in ein Fast-Food-Restaurant, wo wir die weitere Vorgehensweise beschlossen. Dabei erstellten wir auch gleich einen Plan, welcher die noch zu besuchenden Sehenswürdigkeiten umfasste.

Nach reichlich Zeit ließ der Regenschauer einigermaßen nach und wir beschlossen den restlichen Tag in einem Museum zu verbringen. Im “Museu d’Història de Catalunya”, also dem Museum für die katalonische Geschichte, erfuhren wir einige interessante Informationen zur Geschichte der Stadt. Das Museum behandelt die komplette Geschichte Kataloniens. Von der Steinzeit über das Mittelalter bis zur Moderne findet man jegliche Information. Besonders interessant war das ständige Unabhängigkeitsbestreben der Bevölkerung, welches dieses Jahr in ein Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober mündet. Julian fand besonderen Gefallen an den Stationen, wo man Rüstung und Arbeitswerkzeug von früher heben und dessen Gewicht einschätzen konnte. Nach einem abschließenden Blick auf den Hafen ging es wieder nach Hause, wo wir abermals Spaghetti Bolognese aßen.

Sonntag, 10. September 2017

Nach dem gestrigen Regen lachte uns heute die Sonne ohne eine einzige Wolke entgegen. Daher war das heutige Tagesziel schnell fixiert. Es sollte wieder auf einen Berg gehen. Da es schon etwas spät für die Reise zum Tibidabo war, wanderten wir Richtung Montjuïc, einem weiteren Hausberg von Barcelona. Nach einer kurzen Fahrt mit der U-Bahn bis zum Plaça d’Espanya, wo sich die Arena und auch die Wasserspiele befinden, ging es zu Fuß weiter auf den Berg.

Kurze Zeit später kamen wir am Olympiastadion, dem zugehörigen Gelände und einem Park vorbei. Das Stadion wurde 1929 gebaut und seit dem einige Male renoviert und modernisiert. Heute hat es eine Kapazität von ca. 55 000 Personen und wird für verschiedenste Events genutzt.

Gruppenfoto mit Stadt im Hintergrund

Gruppenfoto mit Stadt im Hintergrund

Einige Zeit später stand nun die auf der Spitze des Berges gelegene Burg am Programm. Durch das viele Gehen in den letzten Tagen beschlossen wir mit einem Bus auf die Spitze zu fahren. Oben angekommen bot sich ein atemberaubender Ausblick auf die Stadt und auch auf das Meer. Bevor wir in die Burg (Castell de Montjuïc) eintraten, ging es noch den Rundwanderweg entlang, welcher einen Überblick über das gesamte Gebiet gewährt.

Panorama über Hafen

Überrascht vom für uns drei gewährten kostenlosen Eintritt spazierten wir nun in die Burg und schlenderten durch die verschiedenen Ausstellungsräume. Die Krönung des Ausfluges stellte dann aber der Weg auf das Dach der Burg dar. Dort bot sich der bis jetzt beste Ausblick auf die Stadt und das Meer.

Nach einigen Stunden und mit Sonnenbrand ging es schlussendlich zu Fuß den Berg hinunter und mit der U-Bahn nach Hause. Beim Weg hinunter fielen uns viele Jugendliche im Park auf. Als wir dann den Park verließen sahen wir, dass diese alle auf die Veranstaltung “Brunch in the Park” gehen wollen, welche gleich nebenan stattfand. Als wir kurz vor dem Eingang verharrten war für uns klar, dass wir nächste Woche auch auf das Event gehen wollen.

Eingang “Brunch in the Park”

Kurz noch an der La Rambla vorbei ging es nach Hause, wo wir mit den von den Pommes übrig gebliebenen Kartoffeln Kartoffelpuffer kochten.

Montag, 11. September 2017

Am 11. September feiern die Katalanen den Nationalfeiertag, welcher dieses Jahr auf einen Montag fällt. Das bedeutet, dass wir an diesem Tag einen weiteren freien Tag zur Verfügung hatten, an dem wir sehr viel schaffen wollten. Der diesjährige Nationalfeiertag war besonders, denn ein Unabhängigkeitsreferendum über Katalonien steht Anfang Oktober bevor. Daher fand am Triumphbogen eine Demonstration mit fast 400 000 Menschen und ein Musikkonzert statt.

Kurzentschlossen pilgerten wir noch schnell zum Triumphbogen, um uns einen Überblick über die gebotenen Attraktionen zu verschaffen und beschlossen am Abend, wenn mehr Menschen und Musiker anzutreffen sind, wieder vorbei zu kommen.

Nach kurzer Zeit ging es auch schon weiter zum heutigen Tagesziel, dem Tibidabo. Der Tibidabo stellt den Hausberg von Barcelona dar, auf welchem sich ein Vergnügungspark mit diversen Attraktionen befindet. Der Zutritt zum Areal der Aussichtsplattform ist kostenlos möglich, während man für die Kernzone bezahlen muss.

Am Fuße des Berges angekommen stellte sich die Frage, ob wir 7€ für die Fahrt mit der Zahnradbahn ausgeben wollen oder, ob wir einen weiteren Fußmarsch machen. Wir entschieden uns schlussendlich für letzteres, da der Anblick der Zahnradbahn einen nicht all zu langen Weg suggerierte. Motiviert starteten wir den Wanderweg entlang zu gehen und die immer besser werdende Aussicht zu genießen. Nach einiger Zeit fanden wir eine Abkürzung durch ein kleines Waldstück, welches wir sogleich nahmen. Die Abkürzung offenbarte sich als gute Entscheidung, da es im Wald nicht so heiß, wie am Weg war. Nach etwa einer Stunde und 30 Minuten kamen wir verschwitzt oben an und betraten den Vergnügungspark in der kostenlosen Zone. Dort offenbarte sich uns ein atemberaubender Überblick über Barcelona bis hin zum Meer und auch die andere Richtung stellte eine wahre Augenweide dar.


Ein kleiner Snack nach dem anstrengenden Weg durfte natürlich auch nicht fehlen. Nach einer kurzen Verschnaufpause mit toller Aussicht wollten wir nun auch in die dort befindliche Kirche eintreten. Dabei sahen wir, dass sich Menschen auf dem Turm befanden. Wir fragten uns, ob man diesen als Tourist besteigen kann und wurden nach kurzer Zeit fündig. Nach einem Stockwerk mit dem Lift geht es mit einer Wendeltreppe weiter auf die Spitze der Kirche. Oben angekommen wollte uns der Grinser einfach nicht aus dem Gesicht gehen. Die Aussicht über das ganze Gebiet war atemberaubend und zu jeder Richtung hin möglich. Auf der einen Seite die Stadt und das Meer und auf der anderen Seite Wald und Bergketten. Durch die Höhe der Kirche sah man auch den Vergnügungspark von oben. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen auch hier eine 360-Grad-Aufnahme zu erstellen, welche jetzt folgt.


Gruppenfoto auf der Kirche

Nach mehr als eineinhalb Stunden bei Wind auf der Spitze wurde uns ziemlich kalt und wir stiegen wieder nach unten. Dort erkundeten wir weiter den Vergnügungspark und traten folgend den Weg zurück an. Da es schon nach 20 Uhr war und wir noch zum Triumphbogen wollten, rannten wir kurzerhand den Berg hinab. Nur 20 Minuten später kamen wir an der U-Bahn-Station in der Stadt an und fuhren Richtung Triumphbogen.

Schon in der U-Bahn bemerkte man, dass dort sehr viele Menschen hin wollen. Sehr stolz pilgerten tausende Personen mit Katalonien-Flaggen und “Si”-T-Shirts (das Motto des diesjährigen Nationalfeiertags) ausgestattet zum Großevent. Überall in der Stadt hangen die Flaggen aus dem Fenster und Werbung für die Demonstration fand sich in Plakathaltern. Dort angekommen sahen wir zum ersten Mal die enorme Menschenmenge, welche feierte und zur Musik tanzte. Wir drängten uns die Straße entlang, um auch etwas vom Konzert mitzubekommen. Mehrere katalonische Künstler spielten auf der Bühne katalonische Volksmusik, welche von fast allen Zusehern mitgesungen wurde.

Nachdem es schon nach 23 Uhr war und wir am nächsten Tag wieder früh aus dem Bett mussten, beschlossen wir wieder nach Hause zu gehen.

 

Links zu den Originalfotos:

Parc Güell (Tag 8)

Montjuïc (Tag 9)

Tibidabo und Nationalfeiertag (Tag 10)