Auf den Montjuïc

Sonntag, 11. September 2016. Heute feiern die Katalanen ihren Nationalfeiertag. Vor genau 302 Jahren kapitulierte Barcelona nach der Besatzung durch Philipp V. infolge des Spanischen Erbfolgekrieges. Mit diesem Tag startete in der Region eine Zeit der Unterdrückung. Katalonien verlor das Recht auf Selbstverwaltung, die Bürgerrechte wurden eingeschränkt. Am heutigen Tag trauern die Katalanen um den Verlust der Unabhängigkeit, weshalb der heutige Tag eine große symbolische Bedeutung für deren Wunsch nach Autonomie hat.

Unser heutiger Rundgang startet am Plaça d’Espanya. Umgeben von der ehemaligen Stierkampfarena (die mittlerweile zu einem Einkaufszentrum umfunktioniert wurde) und den venezianischen Türmen bietet die Plaça einen traumhaften Ausblick auf das katalanische Kunstmuseum Museu Nacional d’Art de Catalunya und den Font Màgica. Bei unserer Ankunft vor einer Woche durchquerten wir den Platz bereits auf dem Weg vom Flughafen zu unserer Wohnung.

Knapp über fünf Kilometer trennen uns noch von unserem heutigen Tagesziel, dem Gipfel des Montjuïc. Das 173 Meter hohe Bergmassiv zählt, zusammen mit dem Tibidabo, als Hausberg von Barcelona. Vorbei am Palau Sant Jordi und dem Olympiastadion, Schauplatz der Olympischen Sommerspiele 1992, geht es durch den botanischen Garten zu Fuß weiter Richtung Gipfel.

Das Castell de Montjuïc stellt den höchsten Punkt des Berges dar und bietet das bisher mit Abstand schönste Stadtpanorama über Barcelona. Am Rückweg zum Fuße des Berges führt uns unser Weg durch den Park Jardins de Joan Brossa, von wessen Mitte aus uns ganze Schwärme an Jugendgruppen entgegenkommen – jeder Einzelne von ihnen mit einer Bierdose in der Hand. Durchaus verwundert ob der ausgelassenen Stimmung erkundigen wir uns und erfahren, dass es morgen in der Gegend um Barcelona nach nahezu drei Monaten Ferien wieder in die Schule geht. Bereichert durch die Kenntnis über einen weiteren katalanischen Brauch geht es erneut in Richtung Kunstmuseum, wo wir ein weiteres Mal die atemberaubende Kulisse des Plaça d’Espanya bewundern.

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Ausblick vom Gipfel des Montjuïc

Nach dem anstrengenden Fußmarsch bei angenehmen 30°C geht es zur Abkühlung direkt ins Meer, wo wir den Nachmittag bei sommerlichen Temperaturen genießen. Bei der Rückkehr zur Wohnung begegnen wir auf der Straße sowie in der U-Bahn unzähligen Einheimischen, bemalt bzw. bekleidet in den Farben der katalanischen Nationalflagge Senyera. Hunderttausende Teilnehmer demonstrieren in ganz Katalonien für die Unabhängigkeit ihrer Region.

Ein Kommentar

  1. Richard Zöchbauer
    13. September 2016

    Glaubt mir, ich hätte jetzt auch gerne eine Abkühlung im Meer. Wenn 15 Leute, 4 Stunden lang im selben Raum sitzen und mit ihren PCs die Luft anheizen, wird es sehr schnell heiß. Genießt eure Zeit im Meer! 🙂

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